Sintflut

Am Mittwoch hat das Wetter verrückt gespielt. Also, noch mehr als sonst. Obwohl es hier Frühling ist komme ich mir vor wie in Sommer oder Winter. Tagsüber ist es so warm dass man eine Kopfbedeckung tragen sollte, um einen Sonnenstich zu vermeiden, während ich abends, nachts und am Morgen sehr froh über meine Pullis und eine Wärmflasche bin.

In den Bergen lag sogar Schnee, wenn ich morgens mit dem Bus nach Cochabamba gefahren bin.

Am Mittwoch war es dasselbe: morgens kalt aber am Vormittag und gegen Mittag sehr heiß. Dann hat es plötzlich angefangen zu hageln und wie aus Kübeln zu gießen. Erbsengroße Hagelkörner sind überall liegen geblieben. Das Wasser ist in Strömen die Straßen heruntergeflossen und die Kinder haben mit dem herumliegenden Hagel eine Schneeballschlacht gemacht. Es war total verrückt.

 

Pfannkuchen ?

Ich habe heute Pfannkuchen gemacht. Lief toll.

Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. ^^

Geschützt: Mehr

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anschauen zu können, bitte das Passwort eingeben:

Independencia

Gegen 18:00 Uhr sind wir in Independencia angekommen und bis ins Centro Social gefahren, der Einrichtung in der ich leben werde. Gleich hinter dem Tor haben alle auf unsere Ankunft gewartet um uns zu begrüßen. Nachdem sie ein Lied gesungen haben sind alle einzeln gekommen um uns die Hand zu geben, auf die Wange zu küssen und uns mit weißem und rosa Konfetti (und sogar zum Teil mit Blumenblättern) zu bestreuen. Das ist ein Wunsch für Glück und Segen, und wird bei Festtagen wie Hochzeiten (bei denen wird auch manchmal Reis verwendet), Geburtstagen, Willkommensfeiern, bei einer Taufe usw. praktiziert. Das Sozialzentrum hat mehrere Aufgabenbereiche, unter anderem das Internat in dem ich lebe, welches ein Angebot für Landfamilien ist, die ihre Kinder hier zur Schule schicken. Es arbeitet eng mit dem Schulzentrum Fe y Alegria (= Glaube und Freude) zusammen. Zu dem Schulzentrum gehören ein Kindergarten in dem ich arbeite, zwei Grundschulen und das Gymnasium, Colegio genannt. Sowohl Grundschule als auch Gymnasium umfassen jeweils 6 Schuljahre. Schulpflicht gibt es allerdings erst seit 10 – 12 Jahren. Der Kindergarten ist aus der Puerta Abierta entstanden, der Einrichtung in der ich nachmittags tätig bin. Puerta Abierta bedeutet offene Türe, und ist während den Schulstreiks 1969 entstanden, als die Kinder tagelang nur auf der Straße rumgehangen sind oder von den Eltern noch mehr als sonst bei der Arbeit auf dem Feld eingespannt wurden. Wie der Name schon sagt sind die Kinder und Jugendliche eingeladen vorbeizukommen um etwas zu Spielen oder sich zu unterhalten. Während die Puerta Abierta zu den Zeiten der Schulstreiks von 9 – 21 Uhr durchgehend geöffnet war, ist sie im Moment nur nachmittags nach der Schule und abends in Betrieb. Die Puerta Abierta ist ein weiteres Projekt des Sozialzentrums.

Der Kindergarten, der daraus entstanden ist, ist aus vorschulpflichtigen Kindern zusammengesetzt, und ähnelt auch eher einer Vorschule als einem Kindergarten wie er in Deutschland üblich ist. Im Moment gehen etwa 70 Kinder in 4 Gruppen, die nach Alter der Kinder aufgeteilt sind in den Kindergarten.

Independencia liegt auf 2600 – 2700 Höhenmetern zwischen Cochabamba und La Paz und hat etwa 2800 – 3000 Einwohner. In der Schulzeit sind es durch die Schüler die vom Land kommen und hier leben ca. 1000 Einwohner mehr. Früher hieß die Stadt „Palqa“ (=Weggabelung) aber da sich der Ort während der Unabhängigkeitskriege 1825 besonders hervorgetan hat wurde der Name zu „Villa de Independencia“ geändert. 

 

Auf nach Independencia

Am Donnerstag den 21. September sind wir nach Independencia aufgebrochen, der Stadt in der ich für das nächste Jahr leben werde. Wir wurden zum Glück von unserer Vorgesetzten aus dem Projekt mit dem Auto abgeholt und mussten daher nicht schauen wie wir nach Independencia kommen. Es gibt zwei Wege, von denen wir den kürzeren und schöneren genommen haben. Cochabamba und Independencia sind in Tälern gelegen, die ringsum von Bergen umgeben sind die wir überqueren mussten.  Obwohl ich mich warm angezogen habe ist es auf 4-5000 Höhenmetern doch sehr kühl geworden. Wir sind ca. 4 Stunden gefahren und die Aussicht war trotz Nebel atemberaubend.