Archiv des Autors: Tabea

Nachtrag: Allerheiligen

Allerheiligen gibt es in Bolivien ein großes Fest. Einen Tag vorher, also am Dienstag den 31.10 wird in den Häusern kreatives Brot gebacken. Häufig in Form einer Leiter die den Aufstieg in den Himmel erleichtern soll, oder in der eines Pferdes, das die Sachen des Toten tragen soll. Man kann aber machen was man will. Auch im Sozial Zentrum haben wir Brot gebacken. Ich habe unter anderem eine Schildkröte, einen Stern, eine Musiknote, und einen Drachen geformt. Es hat super viel Spaß gemacht.

Mein Drache ?

Am Nachmittag konnte man dann in die Häuser gehen die einen schwarz-lila Kranz an der Tür hängen hatten, und dort für die Verstorbenen beten. Dafür hat man dann von dem Brot bekommen. Es hat sich aber komisch angefühlt, weswegen wir es schnell wieder gelassen haben.

An Allerheiligen wurden am Friedhof die Gräber geschmückt und Tische mit Gaben aufgebaut. Brot, Kuchen, Obst, Süßigkeiten machmal auch Getränke und Spielsachen.  Wenn man an einem Grab für den Verstorbenen gebetet hat, hat man im Gegenzug etwas von dem Tisch erhalten, meistens Brot. Und so ziemlich überall hat man eine Schale mit Chicha erhalten. Das ist eine Art Maisbier, das typisch für hier ist. Ich hatte am Ende des Tages einen Sonnenbrand, eine Tüte voll Brot ( und einer Ananas) und          ein bisschen viel getrunken?.

Allein, allein

Seit Sonntag, den 10.12 bin ich alleine im Centro Social. Sofia, die andere Freiwillige war nur für 3 Monate da. Und die sind jetzt um. Es war die ersten Tage ein bisschen einsam, aber inzwischen geht es. Ich freue mich auf Weihnachten, auf die Plätzchen die schon gebacken worden sind und plane meine Reise zum Salar de Uyuni über Silvester.

Außerdem muss ich, da ich viel zu tun hatte, eine schlechte Internet Verbindung war – oder ich einfach zu faul ? – meinen Blog aktualisieren. Was bedeutet, dass ich viele Nachträge (sogar einige von Oktober) schreiben darf. Ich versuche in den nächsten Tagen etwas mehr zum schreiben zu kommen.

Postkarte

Ich habe ein paar Leuten eine Postkarte versprochen, aber da ich bisher noch keine in meinem Teil von Bolivien entdeckt habe schreibe ich sie jetzt als Blogeintrag. Also, dies ist eine Postkarte 🙂

Für: Giulia, Cecilia, Yasmin, Zuzanna, Kamila, Stefan, Lilla, Daniel, Verena, David

Nach: Italien, Deutschland, England, Ungarn, Kanada

Buenos Dias,

wie geht es euch?

Bolivien ist mir tagsüber zu heiß und nachts zu kalt. Ich bin viel krank und musste viel stressigen Papierkram erledigen. Trotzdem liebe ich es hier. Die Landschaft hier wechselt sehr schnell und ist definitiv sehenswert. Die Menschen, die ich bisher getroffen habe, sind total lieb und hilfsbereit – ich komme auch ohne Sprachkenntnisse gut zurecht. Außerdem mache ich in der Sprache Fortschritte, also alles gut. Das Essen ist relativ Fleischlastig und teilweise einfach göttlich.

Entspannte Grüße aus Südamerika,

Tabea

Sintflut

Am Mittwoch hat das Wetter verrückt gespielt. Also, noch mehr als sonst. Obwohl es hier Frühling ist komme ich mir vor wie in Sommer oder Winter. Tagsüber ist es so warm dass man eine Kopfbedeckung tragen sollte, um einen Sonnenstich zu vermeiden, während ich abends, nachts und am Morgen sehr froh über meine Pullis und eine Wärmflasche bin.

In den Bergen lag sogar Schnee, wenn ich morgens mit dem Bus nach Cochabamba gefahren bin.

Am Mittwoch war es dasselbe: morgens kalt aber am Vormittag und gegen Mittag sehr heiß. Dann hat es plötzlich angefangen zu hageln und wie aus Kübeln zu gießen. Erbsengroße Hagelkörner sind überall liegen geblieben. Das Wasser ist in Strömen die Straßen heruntergeflossen und die Kinder haben mit dem herumliegenden Hagel eine Schneeballschlacht gemacht. Es war total verrückt.

 

Pfannkuchen ?

Ich habe heute Pfannkuchen gemacht. Lief toll.

Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. ^^

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Independencia

Gegen 18:00 Uhr sind wir in Independencia angekommen und bis ins Centro Social gefahren, der Einrichtung in der ich leben werde. Gleich hinter dem Tor haben alle auf unsere Ankunft gewartet um uns zu begrüßen. Nachdem sie ein Lied gesungen haben sind alle einzeln gekommen um uns die Hand zu geben, auf die Wange zu küssen und uns mit weißem und rosa Konfetti (und sogar zum Teil mit Blumenblättern) zu bestreuen. Das ist ein Wunsch für Glück und Segen, und wird bei Festtagen wie Hochzeiten (bei denen wird auch manchmal Reis verwendet), Geburtstagen, Willkommensfeiern, bei einer Taufe usw. praktiziert. Das Sozialzentrum hat mehrere Aufgabenbereiche, unter anderem das Internat in dem ich lebe, welches ein Angebot für Landfamilien ist, die ihre Kinder hier zur Schule schicken. Es arbeitet eng mit dem Schulzentrum Fe y Alegria (= Glaube und Freude) zusammen. Zu dem Schulzentrum gehören ein Kindergarten in dem ich arbeite, zwei Grundschulen und das Gymnasium, Colegio genannt. Sowohl Grundschule als auch Gymnasium umfassen jeweils 6 Schuljahre. Schulpflicht gibt es allerdings erst seit 10 – 12 Jahren. Der Kindergarten ist aus der Puerta Abierta entstanden, der Einrichtung in der ich nachmittags tätig bin. Puerta Abierta bedeutet offene Türe, und ist während den Schulstreiks 1969 entstanden, als die Kinder tagelang nur auf der Straße rumgehangen sind oder von den Eltern noch mehr als sonst bei der Arbeit auf dem Feld eingespannt wurden. Wie der Name schon sagt sind die Kinder und Jugendliche eingeladen vorbeizukommen um etwas zu Spielen oder sich zu unterhalten. Während die Puerta Abierta zu den Zeiten der Schulstreiks von 9 – 21 Uhr durchgehend geöffnet war, ist sie im Moment nur nachmittags nach der Schule und abends in Betrieb. Die Puerta Abierta ist ein weiteres Projekt des Sozialzentrums.

Der Kindergarten, der daraus entstanden ist, ist aus vorschulpflichtigen Kindern zusammengesetzt, und ähnelt auch eher einer Vorschule als einem Kindergarten wie er in Deutschland üblich ist. Im Moment gehen etwa 70 Kinder in 4 Gruppen, die nach Alter der Kinder aufgeteilt sind in den Kindergarten.

Independencia liegt auf 2600 – 2700 Höhenmetern zwischen Cochabamba und La Paz und hat etwa 2800 – 3000 Einwohner. In der Schulzeit sind es durch die Schüler die vom Land kommen und hier leben ca. 1000 Einwohner mehr. Früher hieß die Stadt „Palqa“ (=Weggabelung) aber da sich der Ort während der Unabhängigkeitskriege 1825 besonders hervorgetan hat wurde der Name zu „Villa de Independencia“ geändert. 

 

Auf nach Independencia

Am Donnerstag den 21. September sind wir nach Independencia aufgebrochen, der Stadt in der ich für das nächste Jahr leben werde. Wir wurden zum Glück von unserer Vorgesetzten aus dem Projekt mit dem Auto abgeholt und mussten daher nicht schauen wie wir nach Independencia kommen. Es gibt zwei Wege, von denen wir den kürzeren und schöneren genommen haben. Cochabamba und Independencia sind in Tälern gelegen, die ringsum von Bergen umgeben sind die wir überqueren mussten.  Obwohl ich mich warm angezogen habe ist es auf 4-5000 Höhenmetern doch sehr kühl geworden. Wir sind ca. 4 Stunden gefahren und die Aussicht war trotz Nebel atemberaubend.

Cochabamba

Cochabamba ist riesig! Ich bin hier jetzt seit Freitag und viel mehr kann ich trotzdem nicht dazu sagen. Für Cochabamba werde ich mehrere kleine Beiträge erstellen, ich wüsste nicht wie ich alle Eindrücke in einem einzigen unterbringen sollte.

Santa Cruz

Mittwoch und Donnerstag hatten wir in Sanza Cruz ein Vorbereitungsseminar (2 hatten wir schon in Deutschland, jeweils 1 Woche) mit den Freiwilligen vom BKHW, das mir aber nicht wirklich neue Informationen gebracht hat.

Allerdings waren dort Bolivianer vor Ort die uns Tipps geben konnten, das war hilfreich ?. Die anderen Freiwilligen sind ziemlich cool, es war super :). Die Temperaturen waren mit 34°C im Frühling erschreckend. Habe jetzt schon Angst vor dem Sommer •~•. Donerstag abend sind wir mit dem Bus weiter nach Cochabamba gefahren, wo wir Freitag morgen angekommen sind.